Streaming und kleinere Live-Veranstaltungen sorgen für ein stetiges Wachstum, während die GEMA sich den Veränderungen in der Branche und den Herausforderungen durch künstliche Intelligenz stellt.

Die deutsche Musikbranche passt sich weiterhin an die sich wandelnden Trends an; neue Daten zeigen ein stetiges Wachstum sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Ausschüttungen. Während einige traditionelle Einnahmequellen zurückgehen, tragen neuere Bereiche wie Streaming und kleinere Live-Veranstaltungen dazu bei, den Markt auszugleichen.

Laut Music Business Worldwide schüttete die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA im Jahr 2025 1,15 Milliarden Euro an die Rechteinhaber aus. Dies entspricht einem Anstieg von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamteinnahmen stiegen ebenfalls leicht um 0,4 % auf 1,34 Milliarden Euro, was eine stabile Entwicklung in einem sich wandelnden Markt widerspiegelt.

Live-Musik war einer der Bereiche mit dem stärksten Wachstum. Die Einnahmen aus Live- und Hintergrundmusik stiegen um 5,6 % auf 530 Millionen Euro. Während Stadionkonzerte und Großveranstaltungen zurückgingen, wurde dies durch einen Anstieg bei kleineren und regionalen Veranstaltungen ausgeglichen. Die GEMA wickelte deutlich mehr kleine und mittelgroße Veranstaltungen ab als im Vorjahr, was verdeutlicht, wie sehr lokale Live-Szenen eine immer größere Rolle bei den Gesamteinnahmen spielen.

Auch die digitalen Einnahmen stiegen weiter an. Die Online-Einnahmen stiegen um 5,7 % auf rund 328 Millionen Euro, gestützt durch Streaming und neue Lizenzvereinbarungen mit großen Plattformen. Im Gegensatz dazu gingen, wie Music Ally feststellt, die Einnahmen aus der öffentlichen Wiedergabe zurück, wobei die Einnahmen aus Radio und Fernsehen auf 293 Millionen Euro sanken. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Vervielfältigungsrechte, die um 42 % auf 26 Millionen Euro fielen, was auf laufende Vertragsänderungen und den anhaltenden Rückgang physischer Tonträger zurückzuführen ist.

Auch der internationale Umsatz verzeichnete ein moderates Wachstum und stieg um 2,9 % auf 90 Millionen Euro. Gleichzeitig verbesserte die GEMA ihre Effizienz und senkte ihre Kostenquote auf 14,1 %. Hinter den Kulissen schloss die Organisation ein Cloud-Migrationsprojekt ab und führte KI-gestützte Tools ein, um die Bearbeitung und die Zahlungen zu beschleunigen.

KI gewinnt für die Musikbranche zunehmend an Bedeutung. Wie MWB berichtet, hat auch die GEMA ihren Transparenzbericht veröffentlicht, in dem KI-generierte Musik als „hohes Risiko“ für ihre künftigen Einnahmen, aber auch als „große Chance“ eingestuft wird.

Lorenzo Colombini, Finanzvorstand der GEMA, ging auf die Entwicklung der verschiedenen Branchen ein. „Zwar zeigen unsere Zahlen einen Rückgang in Bereichen wie dem Werbemarkt und den physischen Tonaufnahmen, doch die positiven Trends in den Bereichen Live-Musik und Online-Geschäft gleichen diesen Rückgang mehr als aus.“

Mit Blick auf die Zukunft plant die GEMA, ihre Provision für den Vertrieb von Musik auf Abruf bis 2027 von 10 % auf 7 % zu senken, was voraussichtlich zu einer weiteren Erhöhung der Ausschüttungen führen wird.

Insgesamt zeigen die Zahlen eine Musikbranche im Wandel. Streaming und kleine Live-Veranstaltungen treiben das Wachstum voran, während traditionelle Formate weiter an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig beginnen neue Herausforderungen wie künstliche Intelligenz, die Art und Weise, wie Musik geschaffen und monetarisiert wird, neu zu gestalten.


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